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Star Trek: Discovery - Der Enterprise Krieg

Die aktuellste Veröffentlichung der Discovery Romanreihe beschäftigt sich obskurer weise mit einem anderen Schiff. Im Fokus finden sich Pike Una und die Besatzung der Enterprise, im Pergamonnebel wieder, wo sie in einen Jahrhunderte alten Konflikt stolpern, dem sie nur knapp entkommen. 

 

Die Handlung

 

Als die Enterprise zum Ende der ersten Staffel von Star Trek: Discovery auftaucht und zu Beginn der zweiten Staffel auch in die echte Handlung der Serie aufgenommen wird, befand sie sich gerade auf dem Rückweg von einer mehr als einjährigen Mission. Der Roman schließ die Lücke zwischen der Mission auf Talos IV und dem Eingreifen von Pike und Co in Star Trek: Discovery (DISCO). 

 

Im Pergamon Nebel wird die Enterprise vom Ausbruch des Krieges überrascht, aus seltsamen Gründen scheint man darauf zu verzichten die Enterprise aus dem Nebel zurückzurufen um eines der modernsten und bestausgerüsteten Schiffe der Flotte gegen die klingonische Übermacht einzusetzen. Im schlimmsten Fall soll die Enterprise den Krieg überdauern und die Ideale der Föderation und Sternenflotte erhalten. Doch der Pergamon-Nebel scheint kein Ort zu sein an dem man ein ruhiges Jahr verbringt. Auf einer Forschungsmission wird die Enterprise-Crew von den Grenzenlosen zum Teil entführt und zum Spielball im Jahrhunderte alten Krieg zwischen ihnen und den Rengru gezwungen. Captain Pike, um einen großen Teil seiner Crew beraubt versucht mit allen Mitteln seine Crew zu retten und mit heiler Haut wieder aus diesem nebelumspannenden Schlamassel herauszukommen. Mehr soll an dieser Stelle jedoch nicht gesagt sein, da ich euch sonst zu stark spoilern würde. Fakt ist dass jeder der die zweite Staffel von DISCO gesehen hat, weiß wohin der Roman führt. Es ist dann bereits klar, wohin Spock und Pike sich entwickeln. Deswegen ist es schade dass man den Roman nicht zwischen der ersten und zweiten Staffel von DISCO in der deutschen Übersetzung herausgebracht hat. Woran das im Einzelnen gelegen hat, wissen nur die schlauen Köpfe bei CrossCult. 

 

Ein Captain 

 

Der alles überstrahlende Charakter der zweiten Staffel von DISCO, Christopher Pike, bekommt auch hier wieder eine besondere Rolle. In der bewährten Methode der DISCO-Romane, sich immer einen oder zwei wichtige Charakter aus der Serie vorzunehmen und Ihren Weg zur Handlung von DISCO selbst zu führen. Leider bekommen wir in der ersten Hälfte des Romans die schwächste Seite des Charakters zu lesen. Hier herrscht das Credo der Exposition, die dunklen Seiten des Captain müssen eingeführt werden und der Selbstzweifel eines gebrochenen Man muss aufgebaut werden. So beginnt die ewig selbe Leier von Vina, Talos IV und Verlusten. In den besten Momenten haben wir hier einen Captain der eine unfassbare Ausstrahlung hat, für den man mitfiebert und dem man überall hin folgt. Untrennbar scheint dieser Charakter mittlerweile mit dem Schauspieler Anson Mount verbunden zu sein. Außerdem muss man wohl neidlos anerkennen, dass die Momente des Zusammenspielen des Captains mit Spock, Una oder Boyce am besten gelungen ist. Neben einigen langatmigen Passagen und Momenten in denen der Autor versucht mit unangebrachten Suspense Spannung aufzubauen, kann man wenig an John Jackson Miller's kritisieren. 

 

Ein Wissenschaftler

 

Der wahrscheinlich bekannteste Wissenschaftsoffizier der Sternenflotte muss natürlich auch in diesem Roman beginnen. Es muss erklärt werden wie es zur inneren Zerbrochenenheit des fragilen Hybriden aus Mensch und Vulkanier gekommen sein kann. Am Ende muss er Engel und Signale gesehen haben. Am Ende muss er in der Psychiatrie auf Sternenbasis 5 sitzen. Der Weg dahin und die Konflikte die er dort ausfechtet, ist gelungen. Er wirkt respektvoll und nachvollziehbar. In Kleinigkeiten tauchen aber wieder die seltsamen Momente auf, in denen man die seltsam konstruierte Geschichte zwischen Spock und Burnham erklären will. Diese wirken bemüht und nicht homogen. Alles in Allem bleibt mir aber auch hier nichts anderes übrig als John Jackson Miller auch bei diesem schwierigen Must-Have Respekt zu zollen. Die Probleme die bestehen, haben wohl eher mit der übergreifenden Konstruktion der Geschichte zu tun, als mit den kreativen Entscheidungen, sowie Handwerk des Autors. 

 

Die Nummer Eins

 

Einer meiner liebsten Rollen aus der zweiten Staffel von DISCO ist Una, wohl besser bekannt unter dem Namen "Nummer Eins". The one and Only, auch wenn man dann ein bisschen unfair gegenüber Will Riker ist oder Jean-Luc's Hund. Die Menschenfrau, welche unter Illyrianern aufgewachsen sein soll, tut hier wieder das wozu sie da ist. Sie hält dem Captain den Rücken frei. Sehr interessant empfinde ich die Idee, die beiden unzertrennlichen Teile der selben Sache zu trennen und beide auf sich gestellt handeln zu lassen. Das war ein wirklich innovativer Kniff, der in DISCO selbst leider versäumt wurde. Was man hier aufbaut macht man sich aber wenige Kapitel später wieder zunichte, denn dort verkommt die Unfehlbare per Zufall zum Deus ex Machina. Ein Plotbereich der mir am Ende zu wenig auserwählt wird, wo man sogar versäumt die Mechanik halbwegs zu erklären. So verschenkt man die fantastische Idee der Rengru etwas und vertut eine Chance ein Statement abzugeben. 

 

Ein Fazit

 

Mit dem Roman Enterprise Krieg, macht der geneigte Discovery-Fan grundsätzlich nichts falsch. Fans der klassischen TOS Enterprise in der Zeit vor Kirk, haben es dabei schon schwerer. Das Buch ist durchdrungen von Discovery-Motiven. Von den guten Dingen (Anton Mounts Pike) oder der neuentdeckten Nummer Eins. Leider auch von den schlechten Dingen, wie der immer präsenten Burnham und ihrer wiedersinnigen Verbindung zu Spock.  

 

Die einfachste Frage, ob man mit einem Buch Spaß hatte, kann man hier durchaus bejahen. Das ist aber ein Spaß der ein wenig Überwindung kostet. Da es neben einer Geschichte, die sich viel Zeit lässt, auch eine vielgelobte Enterprise hat, die in den weitesten Teilen der Geschichte versagt. 

 

Wenn man hier auf der Suche nach eigentlichem Star Trek ist, im Sinne einer höher wertigen Moral hinter der actionreichen Story, wird man es schwer haben. Zwar trägt die Verwicklung von Grenzenlosen und Rengru viel Potenzial in sich um im besten Sinne eine Botschaft zu transportieren, leider verzichtet der Autor darauf diesen Strang bis zum Ende zu verfolgen. Hier scheint es als wollte man zu schnell zum Ende kommen, auf Kosten des Tiefganges. Auch wirkt die Auflösung der Geschichte wieder zu einfach und zu stark als Mittel der Charakterentwicklung. "Seht her was die Sternenflottenoffiziere mit einem Kaugummi und 10 cm Draht alles schaffen können!" - leider zu viel Discovery und zu wenig Star Trek.

 

Wenn man mich auf eine Zahl festnageln möchte, würde ich dem Roman eine 6 von 10 möglichen Punkten geben. Für Discovery-Fans ist dieser Roman aber gefundenes Fressen, er gewinnt besonders wenn man ihn nach der ersten Staffel und vor der zweiten Staffel Discovery liest. Ich hatte Spaß.

 

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